Schlendrian

Der Tag fängt früh an. Um kurz vor 1 Uhr in der Nacht heult der Feueralarm los, irgendein Rauchmelder muss ausgelöst haben. Das ganze Hotel sitzt senkrecht im Bett, Menschen in Pyjamas stehen auf Fluren und schauen ängstlich (vor wenigen Tagen erst ist in London ein Hochhaus spektakulär ausgebrannt) nach Feuer oder Qualm. Davon ist jedoch nichts zu sehen, nach und nach kehren die Gäste in ihre Zimmer zurück, und während sich die Männer offenbar einfach aufs andere Ohr legen und weiterschlafen, ergibt eine nicht repräsentative Frühstücksumfrage, dass die meisten Frauen noch ziemlich lange wach gelegen haben. Über Porridge, Toast und und Ei werden evolutionstheoretische Gründe hierfür diskutiert, und um 10 Uhr  sammeln sich fast alle vor dem Hotel, um mit Claudia eine kleine Wanderung in der näheren Umgebung zu machen.

Nachdem es früh morgens noch dunstig war,

scheint nun wieder die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Da heute von Wikinger Reisen offiziell eigentlich ein freier Tag vorgesehen ist, nehmen wir an dieser Wanderung sozusagen privat teil, und Claudia verlässt sich bei der Planung auf die Wegbeschreibung des National Trust weil sie den Weg nicht vorher erkundet hat. Wir spazieren ein bisschen am Pentire Headland entlang, an der Küste zurück und dann den Hügel hinunter bis zum Flüsschen Gannel, wo wir mit der Fähre (1 Fährmann, 8 Passagiere, 4 Rettungsringe und 1 Hund) auf die andere Seite nach Crantock übersetzen.

Der Plan des National Trust sieht nun vor, dass man entlang der Straße geht, aber der Fährmann rät dringend davon ab weil die Straße mit 60 mph befahren werden kann und wohl auch relativ stark befahren wird. Mutter und ich beschließen ohnehin, dass es uns inzwischen zu heiß geworden ist um weiter durch den Sand zu stapfen, wir nehmen die Fähre wieder zurück, steigen langsam den Berg hinauf und nehmen etwas später den Bus nach Newquay.

Hier essen wir zu Mittag (mein Essen ist sogar ziemlich gut), schlendern ein bisschen durch die Innenstadt und fahren nach zwei Stunden wieder zurück ins Hotel, wo wir uns mit einem Buch faul auf die Terrasse setzen. Mir fallen irgendwann die Augen zu, und um wieder etwas wacher zu werden spazieren Mutter und ich noch ein Stündchen auf dem Pentire Headland herum.

Möglicherweise brütet Mutter eine Erkältung aus, die Stimme schwindet sozusagen zuhörends. Ein paar aus der Gruppe werden heute Abend einen Pub in Newquay aufsuchen, aber wir zwei werden heute einfach mal wieder früh ins Bett gehen und morgen dann mal schauen, ob wir am angeblich heißesten Tag des Jahres die Küstenwegwanderung mitmachen werden.

Ein Gedanke zu “Schlendrian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.