Door und Moor

Die Betten sind nicht besonders toll hier, und das Frühstück ist nicht besonders erwähnenswert. Wir verstauen uns im Bus und fahren an die Küste bis Lulworth, Teil der sogenannten Jurassic Coast (Felsformationen aus der Kreidezeit). Diesmal hat uns die Wettervorhersage allerdings nicht die ganze Wahrheit gesagt. Sonnig soll es sein, und das ist es zwar auch wirklich – aber erstnmal nur bei der Abfahrt in Bournemouth. Als wir am Parkplatz aussteigen ist es grau, windig und kühl. Einige von uns fangen an zu frieren, aber man kann sich bei Wanderschwestern winddichte Regenjacken leihen, und so geht es den Kiesweg hinab zur Durdle Door.

Bei mir werden Erinnerungen an Cathedral Cove auf der Coromandel wach. Wie dort, so hat auch hier die See ein Loch in den Felsen gefressen oder „gebohrt“ (der Name Durdle Door kommt von „thirl“, Bohrloch). Nach ein paar Fotos müssen wir den Hang wieder hoch schnaufen und gehen dann ein kurzes Stückchen an der Küste entlang bis zu Lulworth Cove. Ein steiler, mit glatten Steinen gepflasterter und mit Kies übersäter Weg führt hinab zur Bucht. Wir gehen noch ein weiteres Stück Küste entlang zu einem Ausguck

und essen hinterher eine Kleinigkeit im Café. Bei schönem Wetter kann man hier sicherlich nett ein Stündchen entspannen, aber bei bedecktem Himmel und Wind sitzt man besser drin und wartet auf schöneres Wetter.

Das schöne Wetter trudelt ein als wir abfahren. Nach einer Stunde Fahrt befinden wir uns mitten im Nationalpark Dartmoor. Hier ist es zwar auch ziemlich windig, aber die Sonne kommt raus. Wir steigen einen ziemlich steilen Hang empor zu den Haytor Rocks

und treffen unterwegs auf die wild lebenden Dartmoor Ponys.

Wir genießen die weite Aussicht übers Land und wandern dann eine Runde übers Moor. Es wird eine geradezu idyllische Wanderung. Der Wind scheucht die Wolken vor sich her, und wir spazieren unter den jagenden Schatten über weichen, federnden Boden durch die Heidelandschaft. Ringsum stehen große Felder von niedrigen, ganz aufrecht wachsenden Farnen, verstreut in den Feldern niedrige kugelige Stechginster, vereinzelte Fingerhüte tauchen auf, und zwischen Heidebüschen arbeiten sich Blaubeertriebe empor.

Später stoßen wir auf seltsam gradlinige Steinrillen im Boden, es handelt sich um Granitschienen, auf denen zu Anfang des 19.Jahrhunderts der hier abgebaute Granit zu einem Kanal in Devon transportiert wurde.

Nach dieser Genusswanderung geht es zum nächsten Hotel. Wir steigen im Golfhotel Elfordleigh in der Nähe von Portsmouth ab und beziehen riesige Zimmer mit überraschend kleinen Möbeln, man schläft sozusagen im Tanzsaal. Das Essen ist, Golfhotel hin oder her, nur mäßig bis mittelmäßig.

Schaun wir mal, was da morgen so auf uns zukommt.

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